Meine erste Komparsenrolle

© Clyde Kennste & Ravienne Art
© Clyde Kennste & Ravienne Art

Anfang Dezember 2013 hat mich mein Manager auf ein Casting für den neuen Oskar Roehler Kino-Film "Punk" aufmerksam gemacht. Seiner Ansicht nach würde eine Rolle als Punk perfekt zu mir passen. Da ich das ähnlich sah und ja auch reichlich dazu passende Klamotten im Schrank habe, hab ich mich am 14.12. zu meinem ersten Komparsen-Casting ins Maritim-Hotel Bonn aufgemacht. Es war furchtbar heiß, ziemlich chaotisch und ebenso langwierig aber eine interessante neue Erfahrung. Von meinem Outfit und Styling war man wohl recht begeistert und wollte sich spätestens Ende Januar 2014 bei allen in Frage kommenden Leuten melden.

Nachdem nicht nur der Januar verstrichen war, sondern auch fast der komplette Februar hatte ich mit dem Komparsen-Job längst abgeschlossen.Doch wie es im Filmgeschäft wohl absolut üblich ist, habe ich kurz vor dem Drehtermin Anfang März plötzlich einen Anruf von der Agentur Eick bekommen, ob ich denn in der Woche vom 05. bis 08.03. Zeit hätte von früh morgens bis spät abends zum Dreh nach Köln zu kommen. Zusätzlich würde auch noch eine Kostümprobe am Sonntag den 02. März stattfinden. Da ich mir diese Chance nicht entgehen lassen wollte, habe ich kurzfristig alle Termine der betreffenden Woche verlegt oder abgesagt.

Bereits die Kostümprobe war mit längerem Warten verbunden, das Ergebnis des Umstylings war allerdings wirklich sehenswert. Obwohl meine Klamotten, die ich auf dem Casting an hatte, ja eigentlich so gut angekommen waren, sollte ich davon so gut wie nichts bei dem Dreh tragen. Man wollte mich zu einem Waver der frühen 80er Jahre stylen. Die Damen in der Anprobe hatten zwar eine recht genaue Vorstellung von dem Ergebnis, von der betreffenden Szene schienen sie allerdings extrem wenig Ahnung zu haben, was mir dann aber letztendlich egal war.

Drei Tage später sollte es dann losgehen. Früh morgens um kurz nach 7:00 Uhr sollte ich bereits am Drehort in Köln sein. Da ich angeboten hatte mich selber zu schminken, habe ich dies dann noch auf die Schnelle im Auto auf dem Parkplatz gemacht. Da habe ich noch nicht geahnt, dass ich weder so früh hätte aufstehen, noch mich so sehr hätte beeilen müssen. Im Laufe des Vormittags wurden alle Komparsen in alle Ruhe angekleidet und gestylt, danach hieß es warten … warten … warten…

Bis uns dann irgendwann am späten Nachmittag gesagt wurde, dass wir heute nicht mehr dran kämen. Abends habe ich dann noch einen Anruf mit der Nachricht bekommen, dass man auch morgen nur ein paar der Jungs brauchen würde. Ich war total enttäuscht und sehr traurig. Hatte ich mich doch schon sehr auf den Dreh gefreut. Den Tag haben wir uns übrigens mit Kennenlernen, Erzählen und gegenseitig Rätselaufgabenstellen verbracht. War auch mal ganz lustig.

Am Freitag war ich dann wieder sehr früh in Köln. Die ersten Stunden war der Ablauf quasi identisch zum Mittwoch, doch irgendwann am frühen Nachmittag war es dann endlich so weit und wir wurden zum Dreh aufgerufen. Einzelheiten darf ich ja leider nicht erzählen, aber es war wirklich ein ganz, ganz tolles Erlebnis, welches ich trotz des ewigen Wartens auf klapprigen Bierbänken, einer furchtbar verdreckten Toilette mit überschwemmtem Fußboden, viel zu engen Schuhen, total verqualmten Räumen, grausiger Musik etc. absolut nicht missen will. Die Schauspieler und die gesamte Crew waren jedenfalls alle sehr nett und mit den anderen Komparsen habe ich mich super verstanden.

Man bekommt zwar nur eine geringe Aufwandsentschädigung, aber ich würde es jederzeit wieder tun : -)

 

Was ich fast vergessen hätte: In einer Drehpause wollte mich der WDR für die Lokalzeit Köln interviewen. Dummerweise musste ich mittendrin abbrechen und wieder zum Dreh zurück, weshalb das unvollständige Interview natürlich auch nicht gesendet wurde. Dafür sieht man mich das eine oder andere Mal im "Making Of"-Video der Lokalzeit.

 

Wer noch mehr bzw. aus einer anderen Sicht über den Dreh lesen möchte, der schaue mal in diesen Blog (ebenfalls von einer Komparsin).

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